Tools für Brushlettering

Eine Übersicht meiner liebsten Tools für Brush Lettering und eine Einführung für Anfänger

Meine Obsession begann am 30. Dezember 2015, als ich einen meiner Nail Art Pinsel in die Hand nahm und es einfach ausprobiert habe. Brushlettering. Seit diesem Tag, habe ich fast jeden Tag irgendwas geschrieben und ich dachte, ich erzähl euch heute ein bisschen etwas über meine Stifte und Pinsel und die Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe.

New post on my blog. Talking about brushlettering and different tools I've tried.

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Wie ein Grossteil meines Januars verbracht wurde

Brushlettering. Grundsätzlich ist das von Hand schreiben, aber mit einem Pinsel. Nur das. Ich habe mit der ganzen Sache angefangen, nachdem wir im letzten Semester einen Typographie Kurs hatten. Ich war nicht wirklich vom Kurs selbst begeistert, doch er hat mich daran erinnert, dass es da diese eine Sache gibt, die ich eigentlich schon immer total gerne mochte. Von Hand schreiben. Im Typographiekurs entwarf ich eine Schrift mit einem Pilot Parallel Pen. Ich mochte ihn sehr, doch dann stolperte ich im Internet über dieses Tutorial auf YouTube und habe mich in den Look von Brushlettering verliebt. Also habe ich fast am Ende des Jahres meine Nailart Pinsel durchforstet und einen gefunden, der ein bisschen wie die Pinsel aus den Videos aussah und hab es einfach getan. Ich hab den alten Malkasten aus der Schule hervorgekramt, der Jahrelang unberührt war und habe es ausprobiert. Selbstverständlich war es nicht wunderschön. Aber es war ein Anfang.

Am nächsten Tag machte ich mich auf und besorgte mir die Stifte, von denen das Internet am öftesten sprach. Ich habe einige Tutorials für Anfänger angesehen. Die meisten empfehlen einen Tombow dual burhs oder Copic Marker, allgemein Brushpens aus Filz und nicht mit echten Pinseln, also welchen die einzelne Borsten haben, weil es damit anscheinend besser gehen sollte. Die Kontrolle wäre einfacher. Ich wollte trotzdem einige mit richtigem Pinselhaar kaufen. Den Pentel Pocket Brush und den Pentel Aquash Waterbruch, damit ich auch mit Gouache arbeiten konnte. Nun, mein liebster Laden was dieses Material angeht hat mich enttäuscht. Tombows waren alle ausverkauft. Copic scheinen in der Schweiz allgemein nicht zu existieren. Also kaufte ich einen Touch Twin Brush Marker, der optisch eigentlich genau gleich wie ein Copic aussah. Ich schaffte es dann aber noch, jeweils das letzte Exemplar des Pocket Brush und des Aquash in mittler Grösse zu kaufen, die kleinste Grösse des Aquash, die ich eigentlich wollte, war ebenfalls ausverkauft. Es schien als wäre aktuell jeder in Brushlettering verknallt, weil normalerweise gehe ich immer in diesen Laden, eben weil er einfach alles hat, was ich suche. Ich habe aussserdem noch einen normalen runden Pinsel für Aquarelle gekauft in Grösse 4. Ich weiss, ich hab wohl etwas übertrieben. Aber ich war ziemlich begeistert von der Sache (und bin es immernoch).

Mit den Einkäufen ging ich dann also nach Hause und versuchte es zuerst mit dem Marker, da dieser am einfachsten sein sollte. I hasste das Resultat und bin auch jetzt nicht dazu im Stande irgend ein Resultat mit dem Marker zu schreiben, mit dem ich zufrieden bin. Ich weiss nicht ob es an diesem spezifischen Stift liegt, aber ich habe den Filzstift absolut nicht als einfacher zu kontrollieren empfunden. Der Pocket Brush bereitete mir schon ein bisschen Schwierigkeiten, doch ich war absolut begeistert vom Aquash. Und so habe ich “gelettert”. Ich habe damit begonnen Zitate zu schreiben und tue es noch immer. Nach fast einem Monat habe ich das Gefühl, dass ich langsam etwas hinbekomme, was recht gut ausschaut und ich bin glückloich damit. Ich muss noch immer am Layout arbeiten, wenn ich meine Zitate aufschreibe, aber ich arbeite daran. Ich habe mir seit dem noch zwei weitere Schreibwerkzeuge angeschafft. Einen Pentel Color Brush, der ähnlich wie der Aquash ist und einen Pitt artist pen von Faber-Castell, weil ich nicht glauben konnte, wie schrecklich meine Resultate mit dem ersten Marker waren. Ich hab bei meiner letzten Bestellung von Füllfederspitzen auch einen Tombow in den Warenkorb gepackt (kostet in Amerika nur halb so viel) aber bisher habe ich ihn noch nicht erhalten.

Im Folgenden möchte ich über die einzelnen Stifte reden. UNd dann noch ein Tipp, weilchen das ich auf jeden Fall kaufen würde und noch ein paar andere kleine Sachen.

Tools

Pinsel(stifte)

Alle der folgenden Samples wurden heute aufgenommen, direkt nacheinander. Erstes ein grosser Fail, seit bereit.

twintouch Ich hab gesagt, dass die Resultate mit dem Stift scheisee aussehen, oder? Ich habe 3 gekauft. Die beiden grauen kannich nächstes Semester beim Zeichenunterricht brauchen, den für grosse Flächen sind die Marker toll. Aber für Lettering klappt es nicht. Sobald man Druck ausübt, hebt die Spitze etwas ab, der Stift liegt also nicht komplett auf, also ist es schwer eine ganz dicke Linie zu ziehen. Ich halte den Stift allgemein für etwas trocken. Für einen Filzstift war er mit 5.80 CHF nicht der günstigste, doch man kann ihn nachfüllen. Für Brushlettering empfehle ich diesen Stift auf keinen Fall.

pitt

Ich hatte schon öfter Pitt Stifte. In der Schule war ich grosser Fan von ihnen. Ich dachte gar nicht an diesen Stift, ehe ich ihn in ein paar Blogposts gesehen habe. Also habe ich mir einen neuen besorgt und ausprobiert. Er funktioniert auf jeden Fall besser als der Touch Marker, doch die Spitze zerfranst unten recht schnell. Mit 3.40CHF ist der Stift recht günstig, aber dafür, dass ich ihn wohl oft ersetzen müsste, denke ich lohnt es sich nicht besonders. Ich hatte auch einige Probleme mit Handschmerz, weil ich extrem viel mehr Druck ausübe als mit einem richtigen Pinsel. Ich hasse ihn nicht, ich liebe ihn nicht. Wenn ihr noch einen rumliegen habt, könntet ihr ja mal damit ein Wort ausprobieren.

pocketbrush Dieser Stift scheint einer der beliebtesten zu sein und ich verstehe total warum. Dieser Stift funktioniert grundsätzlich wie ein Füller. Er hat Tintenpatronen. In der Schweiz hat er mich 17 CHF gekostet, was echt günstig ist, wenn man bedenkt, dass 4 Patronen dabei waren und 4 Patronen separat 6.80 CHF kosten. Die Tinte ist extrem schwarz und ich mag sie, aber ich bin der Meinung, dass nachfüllen mit einem eigenen TIntenmix die bessere Wahl ist. Die Patronen gibt es nur in schwarz. Ich habe nachdem sie alle leer waren den Stift gereinigt und dann eine der Patronen mit einer Mischung aus Tusche in Sepia und Wasser (1:1) gefüllt und die Konsistenz, die herausgekommen ist, funktioniert meiner Meinung nach sehr viel besser als die TInte, die zum Stift gehört. Bei der original Tinte hatte ich zum Teil Probleme mit dem Fluss der Tinte. Es gab keine konsitente Linie, alles was dann half war den Stift kopfüber in ein Glas zu stellen und zu warten, dass die Erdanziehungskraft ihr Bestes gab. Das war etwas mühsam, doch ich liebe alles andere an diesem Stift. Die Grösse des Pinsels ist perfekt, die Tatsache, dass er praktisch sofort wieder in die Ursprungsform zurückspringt und wie er sich in der Hand anfühlt sind alles grosse Pluspunkte. Auf jeden Fall eine Kaufempfehlung von mir.

aquashmedium aquashfine Der Aquash Pinsel ist auch ein Internet-Favorit. Sie funktionieren perfekt für Lettering mit Wasserfarben, oder Tinte. Ich habe sie schon mit Wasser gefüllt und mit einem eigenen TIntenmix (1:1). Der Fluss der Tinte war absolut perfekt, falls eine Linie etwas trocken wirkt, reicht der kleinste Druck auf das Reservoir und schon läuft es wieder. Die 8.50 CHF die so ein PInsel kostet, ist das auf jeden Fall wert. Wie ihr seht habe ich zwei. Den Mittleren und den dünnen. Es gibt noch einen dickeren. Ich habe den mittleren zuerst gekauft, weil der andere ausverkauft war und obwohl ich zustimme, dass der dünne einfacher zu handlen ist, mag ich den mittleren wohl doch ein bisschen lieber. Er funktioniert besser beim Verblenden von Farben und da er grösser ist, nimmer er merh Farbe auf. Ich muss also weniger oft in die Farbe tunken. Der schmale ist etwas einfacher was den Strichstärkenkontrast angeht und er kann einfacher klein schreiben, was auch ein Vorteil ist.

colorbrush Diesen Pinsel habe ich gekauft, weil ich mal aus Versehen ein Refill gekauft hatte und da ich die anderen Pinsel von Pentel so toll finde, habe ich entschlossen den Stift zu kaufen. Der Stift selbst ist 10.20 CHF eine Nachfüllpatrone kostet 4.50CHF. Es gibt eine Menge Farben zur Auswahl. Die Tinte hält recht lnage. Ich hae schon viel damit geschrieben und bestimmt noch die Hälfte. Im Vergleich zum Aquash oder Pocket Brush ist dieser Pinsel weniger elastisch. Er bleibt leicht zerdrückt und springt nicht in die Ursprungsvorm zurück. I liebe den Kontrast den man erzielen kann, er ist ein bisschen grösser als der Mittlere Aquash von der Spitze her. Ich hatte mit der Tinte schon ein paar Problme. Sie ist sehr nass auf dem Papier und kann auf die Hände abfärben. Ausserdem streikt der Fluss machnmal ein bisschen, was man mit zusammendrücken der Patrone beheben kann, aber es ist ein starker Druck, nicht leicht wie beim Aquash. Einmal ansehen und ausprobieren lohnt sich bestimmt.

watercolor Das ist natürlich die Art, wie man dieses Lettering im Original tun würde. Mit einem richtigen klassischen Pinsel. Es ist die günstigste Variante, dieser Pinsel hat mich 4.00 CHF gekostet und auch wenn es anfangs etwas schwer für mich war, eine Position zu finden, bei der meine Finger am Ende nicht wehtaten, muss ich sagen, dass ich langsam verstanden habe, wie es geht. Die Resultate mit diesem Pinsel kommen sehr schön.

Empfehlung

Offensichtlich mag ich richtige Pinsel lieber. Ich denke wennihr Wasserfarben zu Hause habt oder welche besorgen wollt, solltet ihr euch für einen Aquash entscheiden. Am Anfang ist der fine sicher der einfachste. Ich denke Farben lohnen sich allgemein, weil schwarze Buchstaben sind auf jeden Fall weniger schön. Vor allem am Anfang macht Wasserfarbe einfach glücklicher. Aber falls ihr doch TInte wollt - kauft den Pocket Brush, er wird euch auch glücklich machen.

Tinte, Farbe und anderes

Wenn man den Pinsel hat, braucht man Farbe. Ich hatte viele dieser Sachen zu Hause, weil ich vor ein paar Jahren mal beschlossen hatte, dass ich Copperplate lernen wollte (nach ein paar Tagen hab ich aufgegeben und ich kehre nicht zurück) also hatte ich mir eine Auswahl an Tushe und normaler Tinte in Fässchen besorgt. In der Schweiz bekomt jeder Schüler in der ersten Klasse einen Gouache Malkasten für den Unterricht, wenn die Primar vorbei ist, darf man ihn nach Hause nehmen. ICh hatte also noch Gouache von Caran D’Ache zu Hause. Und auch noch nach fast 14 Jahren, kann man die Farbe super gebrauchen. Nun, wenn ihr selbst Tinte mischen wollt, müsst ihr die Patronen und Reservoirs irgendwie füllen. Ich habe nur eine Möglichkeit gefunden. Eine Spritze. Sieht total gruslig aus, aber es wirkt Wunder! Kaufen kann man sich sowas bei ebay. link.

Tutorials und was man bedenken sollte

Das ist etwas, was ich aus einigen Tutorial gelernt habe. Folge nicht jedem Schritt. Viele habe gesagt, das sman die einzelnen Teilstrihche von Lettering üben soll. Ich habe wirklich keinen Spass dabei und denke nicht, dass ich dabei irgendetwas lerne. Denn Spass muss es machen, wenn ich dafür meine Freizeit verwende. Ich denke, wenn euch etwas nicht gefällt, solltet ihr anders üben. Aber ja, üben ist auf jeden Fall wichtig. Ausserdem, wenn ihr bei Brushpens mit Filz so gefailt habt, wie ich, versucht es mal mit richtigen Pinseln, vielleicht klappt es besser.

Und das ist es. Ich hoffe dieser etwas unübliche Post hat euch gefallen. Versucht es mal mit Brushlettering, es ist das beste Anti-Stress-Mittel.

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