Die perfekte Pressure Curve für dein iPad Lettering

Wie du die Pressure Curve auf dich persönlich angepasst einstellen kannst

Die Pressure Curve (Druckkurve?) in Procreate scheint für viele ein Rätsel zu sein. Sobald man mit Kurven zutun hat, haben viele etwas Probleme an der ganzen Sache. Dabei kann man mit den Einstellungne in der Kurve wahnsinnig beeinflussen, wie der Pinsel sich verhält.

Ich bin der Meinung, dass diese Einstellung wohl eine der bedeutendsten für iPad Lettering ist, da da Brush Lettering vor allem durch Druckunterschiede erst richtig lebt.

In diesem kurzen Guide möchte ich euch auf der Suche nach meiner perfekten Kurve mitnehmen und euch damit hoffentlich auch dabei helfen, die richtige Kurve für euch zu finden.

Das tolle an der digitalen Arbeit ist, dass wir alles personalisieren können. Die Kurve ist toll wenn wir auf der Suche nach dem ultimativen Strichstärkenkontrast für unseren Geschmack sind.

Wie die Pressure Curve funktioniert

Ich merke immer wieder, dass viele Leute das Procreate Handbuch nicht gelesen haben. Die App hat so viele verschiedene zusätzliche Features, die hinter Gesten stecken oder einfach nur auf einer Seite erwähnt werden.

Zusätzlich erklärt das App auch all die Features, die auf den ersten Blick absolut unverständlich sind. Ich hatte schon eine ungefähre Ahnung, als ich die Pressure Curve das erste Mal sah, weil ich sie aus anderen Programmen kannte, doch für diejenigen, die die EInstellung noch nie gesehen haben, hilft Procreate im Handbuch aus.

Im folgenden zwei Screenshots aus dem Procreate Handbuch.

handbook 1

handbook 2

Okay, wir haben auf der X-Achse, die Stärke des ausgeübten Drucks und auf der y-Achse die Auswirkung dieses Drucks auf den Wert des Pinsels. Der Wert kann Die Deckkraft oder die Grösse sein, das kommt ganz auf den Pinsel an.

Im unteren Bild gibt es noch Beispiele zweier extremer Kurven, welche eine Grundidee dafür geben, falls man sich nicht direkt die Optik einer Kurve vorstellen kann.

Die aggressive Kurve ist für all die Leute, die mit wenig Druck arbeiten. Zu diesen Leuten gehörst du, wenn deine Arbeiten eher von sehr feinen Linien geprägt ist.

Die subtile Kurve ist besser für Leute, die eher mit viel Druck arbeiten. Wenn du zu denen gehörst, wirst du wahrscheinlich eher Probleme mit den Haarlinien haben.

Mit welchem Pinsel du die Pressure Curve suchen solltest

Ehe du dich auf die Suche nach deiner Kurve machst, solltest du zuerst einen Pinsel haben, der dafür besonders geeignet ist. Besonders geeignet sind Pinsel, die grundsätzlich keinerlei Einschränkungen haben und jede Bandbreite erlauben. Ich werde in meinem Guide für Custom Brushes an dem ich aktuell arbeite noch etwas genauer darauf eingehen.

Mein Pinsel “Max V” ist ein solcher uneingeschränkter Pinsel und deswegen optimal für die Suche geeignet. Du kannst ihn dir auf meiner Procreate Brush Seite kostenlos herunterladen.

Okay, du hast den Pinsel und du hast eine ungefähre Ahnung was die Kurve tut. Du bist bereit für die Suche.

Die Suche

Der erste Test sollte aus einem Vergleich bestehen.

In diesem ersten Test übst du einmal einen upstroke und einmal einen Downstroke, immer mit dem gleichen Druck.

Zuerst beginnst du mit der default kurve. Dann stellst du deine Kurve aggressiv ein und dann subtil.

Diese Linien schreibst du alle nebeneinander. Und dann siehst du dir die Resultate an. Sie werden definitiv unterschiedlich sein.

Am besten schnappst du dir einen anderen Pinsel, machst ihn rot und schreibst dir das rein, was dir auffällt (mir fällt es immer leichter, wenn ich Zeug aufschreibe) Es empfiehlt sich auch einen Screenshot der kurven zu machen, man vergisst viel zu schnell wie man es genau gemacht hat.

Meine erste Evaluation sah so aus, dass ich die Downstrokes der aggressiven Kurve mochte und die Upstrokes der Subtilen, da mein Ziel der höchstmögliche Kontrast ist.

first test

Aus dieser Erkenntnis habe ich mir eine neue Extremkurve gebastelt. Dise habe ich dann in meinem Lettering getestet und dann wieder evaluiert.

goal

extreme

Ich bin dann zum Schluss gekommen, dass diese Kurve wohl meine Grundform ist, allerdings war sie dann doch etwas zu extrem.

Von dort an, habe ich einfach weiter experimentiert. Ich habe die Knotenpunkte etwas angepasst und bin so auf meine perfekte Kurve gekommen.

Der Prozess dauert eine Weile. Und wenn du das Gefühl hast, du hast die Kurve gefunden, dann behalte sie für ein paar Tage. Du wirst erst im alltäglichen Gebrauch merken, ob du die Kurve soweit getweaket hast, dass sie perfekt ist. Und das schöne ist, dass du sie dann immer weiter anpassen kannst.

Meine Kurve sieht nun so aus und ich kriege damit wunderschöne Haarlinien hin und extreme Schattenlinien. Mein Strichstärkenkontrast ist durch meine Pressure Curve maximiert. Die Kurve hilft mir meine Ergebnisse in beide Richtungen noch zu maximieren.

personal curve

Ich hoffe die Tipps helfen dir weiter und du findest deine Kurve auch! Lass es mich wissen, wie sie aussieht. Es interessiert mich wahnsinnig!