Reboot

Auf der Suche nach einer visuellen Repräsentation meiner Selbst

28. Juli 2016 reboot redesign blog

Hallo Fremde

Ich wollte immer schon einen Blogpost mit diesen Worten beginnen, aber bisher hat es nie gepasst. Heute tut es das.

Hallo Fremde.

Fremde seid nicht ihr. Die Fremde war ich. Ich, als ich vor meinem Laptop sass. Starrend. Ich habe meine Website angesehen. Meine eigene kleine Ecke in dieser gigantischen virtuellen Welt namens Internet.

Ich hab mir meine Worte angesehen. Das Resultat meines Codes. Und ich sah mich. Aber nicht wirklich mich.

Als ich zum ersten Mal einen Blog startete, wusste ich nicht wirklich, worüber ich schreiben wollte. Ich wusste, dass ich gerne schrieb, doch meine Geschichten teilte ich bereits in einem Forum. Doch dann begann ich mich in der Welt der Tutorials zu verlieren und dachte: Hey, das ist das was ich machen möchte! Ich kenne mich mit Gimp aus. Ich weiss wie man erklärt. Ich meine, ich wusste wie man einen Screenshot macht und Text darauf platziert.

Mein erstes Blogging-Thema war geboren.

Ich schrieb Tutorials. Eine ganze Menge davon, aber mein Blog sah scheisse aus. Ich erstellte personalisierte Hintergrundbilder doch das war nicht genug. Und dann begegnete ich diesem magischen, wundervollen, traumerfüllendem Ding. Es gab eine Sprache, die die Optik einer Website verändern konnte. Das war wortwörtlich das, was ich mit meiner Fiktion erreichen wollte; mit Worten Bilder malen.

Der Name der zauberhaften Sprache war CSS. Wir starteten sowas wie eine Liebesaffäre. Wir beide wurden älter und entwickelten uns weiter. CSS wurde etwas mehr sassy und ich distanzierte mich etwas vom visuellen Design und verlor mich mehr in der Welt des Codings. Frontend Code und ich sind noch immer zusammen und ich hab das Gefühl, dass es eine längerfristige, ernste Beziehung ist.

Ich verdanke meinem ersten Blog einen Job als Webdev

Ich hatte damit begonnen Tutorials über Code zu schreiben. Das war das was ich im letzten Schuljahr tat. Alles womit ich mich wirklich beschäftigte war die Frage, wie man responsive Websites schrieb, und dann schrieb ich alle Antworten auf. Nicht unbedingt für andere (obwohl meine Google Blogger Tutorials beliebt waren) aber vorwiegend für mich alleine. Sobald ich es aufschreiben konnte, bedeutete das, dass ich es wirklich verstand. Sobald ich damit begann das grosse Ganze in kleine Stücke zu spalten, machten die Zeilen die einst nichts als Kauderwelsch für mich waren Sinn. Als ich mit der Uni begann suchte ich einen 20% Job. Ich fand eine Anzeige für ein Praktikum im Web Development und der Job klang perfekt. Ich füllte das Kontaktformular aus, fragte wohin ich meinen CV schicken sollte und hinterliess den Link zu meinem Blog und einer Website, die ich geschrieben hatte. Einen Tag später wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Eine Woche später hatte ich meinen ersten Job. Ich arbeite immernoch dort. Mittlerweile keine Praktikantin mehr.

Vor zwei Jahren erlangte ich Klarheit

Ich hatte eine Jahr Englische Literatur (Nebenfach) und Kommunikationswissenschaften (Hauptfach) studiert. Ich liebte Englisch. Ich verabscheute Kommunikation. Ich hasste all die Theorien. Die Uni war weit entfernt von dem was ich mir vorgestellt hatte. Aber meinen Job liebte ich dafür umso mehr.

Ich entschloss mich die Uni vorzeitig zu beenden. Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Dennoch. Die höhere Ausbildung wollte ich nicht an den Nagel hängen.

Ich ging zu einer Berufsberaterin. Ich sprach vorwiegend, bei unserem Gespräch. Erzählte von all den Dingen, die ich mochte. Vorwiegend auch darüber, dass ich kreativ schaffen wollte aber nicht total künstlerisch weil ich weit entfernt davon bin Künstlerin zu sein oder mich selbst als solche zu betrachten.

Die Beraterin sah mich an und alles was sie sagte waren zwei Worte. Media Engineering.

Ich bin media Engineering Studentin

Die Sache an diesem Studium ist die: Es geht nicht um eine einzelne Sache. Es geht um vieles. Das Studium enthält Theorien. Kreative Aspekte. Es enthält Design. Filmproduktion. Schreiben. Web Development. Die Stärke des Studiums ist die Tatsache, dass man sich in vielen Gebieten auskennt. Man fokussiert sich auf die Medien, aber man steckt nicht bis zum Hals in einer Spezialisierung.

Das bin ich.

Ich mag eine Menge Dinge. So viele Dinge.

Ich. Aber nicht wirklich.

Als ich meine Website anstarrte sah ich mich. Aber nur einen Teil von mir. Ich sah das, worüber ich in der Vergangenheit gebloggt hatte, gespickt mit ein paar Flocken neuen Leidenschaften.

Es passte nicht zusammen. Weil ich mich eingeschränkt hatte. Ich sah halfapx als Tutorial Blog an, weil sein Vorgänger einer war.


Was ist das Beste daran, seine eigene kleine Nische in dieser gigantischen Welt zu haben, die wir Internet nennen. Diese Nische ist eine Repräsentation seiner Selbst.


Als ich meine Website anstarrte, sah ich Bedürfnis nach einem Update. Meine Website schrie nach Veränderung. Aber wie sollte diese visuelle Repräsentation meiner Selbst aussehen?

Ich bin laut und ich mag eine Menge Sachen

Ich lebe in organisiertem Chaos. Ich liebe Schnickschnack. Ich liebe es Berge von Dingen anzuschaffen. Ich habe tonnenweise Nagellackflaschen, Notizbücher und Ideen und Interessen und Leidenschaften. Wie sollte ich all das in einen Blog bringen? Wie sollte ich eine visuelle Repräsentation meiner Selbst kreiren, die nicht aussah, als stamme sie aus den 1990er Jahren? Voller gif-Regenbögen und Glitter und meinem lieblings post-hardcore Song, der gleich losschreit, sobald die Seite zu Ende geladen hat.

Ich wusste es nicht. Deswegen starrte ich. Vielleicht glühte ich den Laptop auch wütend an. Weil es ein Gefühl purer Frustration war, das sich in mir ausbreitete.

Aber dann gab es diesen Moment. Diesen Moment in dem ich starrte und wusste. Ich wusste es und in diesem Moment sprang ich fast in die Luft, so laut »Heureka« schreiend, dass ich womöglich meinen Lieblingssong im Hintergrund überdecken würde.

Im Moment bin ich Monospace und Brush Lettering

Eine Repräsentation meiner Selbst ist eine Repräsentation von dem, das ich liebe. Und wenn man es auf das Wesentliche reduziert ist es leicht herauszufinden, worum es bei mir wirklich geht.

Es geht immer um Worte. Es geht immer darum eine Leere zu füllen. Gib mir einen leeren Teller und ich muss kochen oder backen. Gib mir ein blankes Papier und einen Pinsel und fülle das Blatt mit Lettering. Gib mir einen Laptop und einen Editor und ich möchte coden. Gib mir ein Notizbuch und einen Stift und ich werde eine Geschichte schreiben. Gib mir eine Sekunde und Stille und ich werde sie mit Worten über etwas füllen, was ich liebe. Und ich werde meine Klappe nicht halten.


Digital tippe ich in Monospace.

Ich Schreibe. Meine Manuskripte sind in Normseiten formatiert. Monospace.

Ich code. Ein Editor ist dort mein zu Hause. Monospace.

Ich blogge. Das hier musste auch in Monospace sein.


Halfapx ist meine persönlich leere Seite. Ich möchte mich nicht mehr einschränken. Halfapx ist meine Platform. Halfapx handelt von meinen Worten. Es ist kein Tutorial Blog. Es ist ein Ort an dem ich über all das schreiben möchte, was ich mag. Alles was mich beschäftigt.

Im Moment dreht sich bei mir alles um Worte.

Hallo Fremde.

Ich bin nicht mehr die Fremde. Ich weiss was ich im Moment sein möchte. Fremde seid ihr. Wer seid ihr? Wer bist du? Du hast all das Gelaber bis hierhin gelesen. Da kannst du mir auch deinen Namen verraten und was in deinem Kopf so von sich geht. Und vielleicht erzählst du mir dann auch noch was du von den Änderungen haltest? Ich würde es wahnsinnig gerne wissen. Kommentarformular ist gleich dort unten.


Okay, over and out. Man liest sich beim nächsten Mal.


(1237 Worte)