Kalligraphie Material sparen oder prassen

Wo macht ein höherer Preis wirklich einen Unterschied?

Am Anfang, besonders in der Phase, wo man noch nicht sicher ist, ob Kalligraphie witklich etwas ist, was man weiter verfolgen möchte, ist es jede Investition wert zweimal bedacht zu werden. Man möchte nicht eine Menge Geld ausgeben, wenn man sich nicht sicher ist. Wofür entscheidet man sich also? Spart man überall? Holt man sich das teuerste, damit man sich schlussendlich wirklich sicher ist, dass es nicht am Material scheitert? Hier meine Meinung darüber, wo sparen Sinn macht und wo sich prassen lohnt.

Dieses Mal versuche ich mich kurz zu halten!

Saveorsplurge

Intro

Ich habe bereits in meinem letzten Post etwas darüber gesprochen, aber ich dachte es macht Sinn, wenn ich hier über die drei (vier) wesentlichen Komponenten kurz spreche und meine persönliche Empfehlung in Worte fasse. DIese drei Komponenten sind Tinte, Feder (, Federhalter) und Papier. Sehen wir uns jeden dieser separat an.

Tinte

Hier hat man wahrscheinlich immernoch die grösste Auswahl. Es gibt hunderte, wenn nicht sogar tausende Möglichkeiten, welche für Kalligraphie verwendet werden können. Die Preise unterscheiden sich hier wie Tag und Nacht.

Ich habe eine grosse Menge an Füllfedertinten und als ich selbst mit Kalligraphie begann benutzte ich diese. Ich hatte auch Pelikan Tusche und versuchte das, aber ich hatte viel Papierbluten und Blobbing, was mich auf die Suche nach guter Tinte trieb.

Vor einer Weile fand ich diese extrem teure wunderschöne Sennelier Tinte. Schellack basiert und anscheinend für alles geeeignet. Absolut grauenhaft wenn ich sie mit Federn verwendete. DEr Preis macht leider nicht wirklich einen Unterschied wenn es um Tinte geht. EInige funktionieren, andere tun es nicht.

Mittlerweile habe ich für mich herausgefunden, dass jede Tinte die zwar Kalligraphie im Namen trägt, aber auf Acryl oder Schellack basiert nicht für mich persönlich geeignet ist, von diesen Tinten halte ich mich einfach fern.

Die Hauptaussage, die ich hier mache ist, dass der Preis hier nicht höhere Qualität verspricht. Aber es gibt drei Arten von Tinten, die ein gutes Ergebnis garantieren können. Und das sind Tinten, die seit Ewigkeiten benutzt werden. Diese sind Eisengallustinte (die löst aber die Federn mit der Zeit auf, aber wunderschöne Linien), Sumi Tinte, und Wallnusstinte.

Die günstigste Option und dazu mein Favorit ist die Wallnusstinte. Man kann sich diese in kleinen Kristallen bestellen und selbst anmischen, oder aus Wallnussschalen selbst machen. Ich persönlich bestelle meine Tinte bei paperandinkarts.com in Amerika. Ein kurzer Vergleich zwischen Sumi und Nusskristallen zeigt, dass ich für $3 700ml Wallnusstinte mischen kann, und für $7 60ml meiner Lieblings Sumitinte bekomme (Kuretake). Hier meine Empfehlung, auf jeden Fall sparen lohnt sich!

Federn

Moderne Federn kosten fast gar nichts und funktionieren wunderbar. Es gibt viele Kalligraphen die sagen, dass vintage Federn besser sind und als jemand, der eine ganze Menge vintage Federn besitzt, muss ich hier zwar zustimmen, aber es macht absolut keinen Sinn, so viel Geld in die Hand zu nehmen und sich vintage Federn zu kaufen, die die alten Meisten verwendet haben, und dann zu hoffen, dass man die gleichen Resultate erzielen kann. Meine meistbenutzten Federn sind modern und ich kaufe mir die vintage Federn weil ich Freude am Experimentieren habe. Aber besonders anfangs, muss man Federn öfter ersetzen und deswegen lohnt es sich auf keinen Fall viel auszugeben. Es lohnt sich aber, in Bulk zu kaufen, also Lieblingsfedern in grösseren Mengen zu kaufen, da man oft Mengenrabatt erhält.

#Papier Okay, dieser Punkt kommt zuletzt und - spoiler - dieser Punkt ist 100% für prassen.

Ich war der Meinung, dass Papier keinen wahnsinnig grossen Unterschied macht, aber das tut er. Das Problem, das man mit dem meisten Papier hat, ist dass die Tinte blutet. Bei teurem Kopiererpapier ist das bluten minimal, aber immernoch da. Wenn man aber beurteilen möchte, ob die Haarlininen zu dick sind und nicht sagen kann, ob es daran liegt, dass man zu viel Druck beim Schreiben auf die Feder gelegt hat, oder ob das Papier schuld ist - dann hat man ein Problem. Deswegen würde ich hier - immer! - das teure Papier verwenden, auch wenn es schlussendlich niemand sieht. Ich hab das mal ausgerechnet. Premium Kopiererpapier kostet etwa 2 cents pro Blatt. Rhodia etwa 17 pro Blatt, Clairfontaine 10 pro Blatt Tomoe River 14 pro Blatt Ich bin der Meinung, dass sich dieses INvestment lohnt, schlussendlich gibt man nicht soooo viel aus, auch wenn ich selbst lange absolut der Meinung war, dass dieses Papier viel zu teuer ist, um darauf herumzukritzeln, aber es macht einen Unterschied. Noch dazu macht es die Arbeit einfacher, weil das Papier viel glatter ist, und die Feder dadurch einfacher über das Papier gleitet und weniger hängen bleibt. Dadurch wird also das Leben der Feder verlängert.

Zusammenfassung

Wallnusstinte ist günstig und absolut gelingsicher. Vintage Federn verbessern die Schreibergebnisse nicht. Beim Papier auf teuer setzen ist absolut zu empfehlen und verbessert die Resultate um 100%.

Und das war’s. Wie sieht’s aus, stimmt ihr mir zu, habt ihr eine andere Haltung? Kommentare willkommen!